Dev Update #3: Das Gefolge unter der Lupe

Dev Update #3
Das Gefolge unter der Lupe

Grüßgott!


Wir hoffen Ihr sitzt gut im Sattel, denn das hier wird ein etwas längerer Post.
In unserem heutigen Development Update wollen wir euch detailliert in das Gefolge einweihen, welches wir bereits in unserem Q&A Nummer 2 angeschnitten haben. Wer die Folge noch nicht kennt, kann sie hier gerne nachholen. Seitdem haben wir das Konzept allerdings gehörig weiterentwickelt und verfeinert!



Die Spielerfraktionen sind und waren immer eine essentielle Zutat von Ottonien. Daher haben wir hier besonders viel Arbeit reingesteckt um dem verstaubten Factions System einige pfeffrige Neuerungen beizumischen aber gleichzeitig sein Wesen zu erhalten. Ein besonderer Dank gilt diesmal dem Entwicklerteam, ohne das wir nie ein so rundes Gesamtwerk auf die Beine hätten stellen können!

Wie immer präsentieren wir euch den aktuellen Entwicklungsstand, der sich jederzeit noch ändern kann. Das gilt besonders für genaue Angaben wie Zahlen. Diese sind hier hauptsächlich als Erklärhilfe und nicht als in Stein gemeißelt anzusehen. Außerdem stellen wir hier grundlegend die rein technischen Mechaniken vor, die dann mit Roleplay belebt werden. Wir hoffen, auch diesmal, auf eure Meinungen, denn am Ende des Tages bauen wir diesen Server schließlich für euch, die Community. Also mischt euch ein!


Was ist ein Gefolge?

Ein Gefolge ersetzt grundlegend das, was früher eine Fraktion war. Gleichzeitig ist ein Gefolge aber mehr: Eine Spielergruppe von Freunden und Gefährten, die sich um einen gemeinsamen Anführer schart und auch das kleinste diplomatische Gebilde in Ottonien.

Ein Gefolge kann von jedem jederzeit bei einem Herold gegründet werden. Hierfür fallen weder große Kosten oder andere Voraussetzungen an. Jedes Gefolge trägt einen eigenen Namen (Endlich sind hier auch Umlaute möglich!) und ein persönliches Wappen. Ebenso kann der Anführer unbegrenzt viele Spieler in sein Gefolge einladen. Das Gefolge besitzt zu Beginn aber noch kein eigenes Land.


Heraldik

Wie eben erwähnt, kann man sich als Anführer eines Gefolges ein eigenes Wappen erstellen. Das funktioniert komplett ingame in einem eigenen Menü. Für den Serverstart haben wir bereits über 240 individuelle Kombinationen implementiert:

Hierbei haben wir uns stark an den damals aufkommenden heraldischen Regeln und alten Heroldsbildern orientiert. Üblich waren die 4 Farbtinkturen Rot, Grün, Schwarz und Blau, sowie die beiden "Metalle" Gold und Silber (Weiß und Gelb). Damit man ein Wappen bereits aus großer Distanz erkennen konnte, war es die oberste Priorität für einen hohen Kontrast zu sorgen. Daher galt die Faustregel, dass Farbe an Metall, aber nie Metall an Metall oder Farbe an Farbe stehen durfte.
Wen die Thematik interessiert, dem empfehlen wir unbedingt diesen ausführlichen Artikel aus dem Heraldik Wiki!

Euer Wappen wird nach der Erstellung im ingame Menü in unserer Datenbank gespeichert und bleibt dort mit dem Gefolge verknüpft abrufbar. So ist es möglich, es später kontextbezogen überall anzuzeigen. Zum Beispiel in dem Menü der Gefolgeliste.

Bei so vielen Optionen kann schnell ein gewisser Lokalpatriotismus aufkommen. Doch sind Wappen nicht wie bisher nur zu Dekorationszwecken da, es ist beispielsweise auch möglich sich einen zum eigenen Wappen passenden Wappenrock überzuwerfen und seinen Schild zu bemalen. So ist auch im wildesten PvP Getümmel klar, wer Freund und wer Feind ist.


Lehen und gelandete Gefolge

Wenn euer Gefolge müde vom Herumstreifen und den ersten Abenteuern, eine Heimat sucht, dann ist es an der Zeit ein Lehen zu erlangen, um ein gelandetes Gefolge zu werden. Als gelandet galt im Mittelalter nämlich, wer ein eigenes Stückchen Land sein Eigen nennen konnte.

Die gesamte Karte von Ottonien ist in einzelne Lehen unterteilt, die durchschnittlich 700x700 Blöcke messen, aber unterschiedlich groß sind, da sie sich an die natürlichen Grenzen der Landschaft schmiegen. Also jede Menge Platz, um sich zu verwirklichen!

Wenn ihr auf euren Reisen auf ein herrenloses Lehen trefft, so solltet ihr es sorgfältig erkunden. Die Lande von Ottonien haben eine reiche Geschichte, so werdet ihr hier neben regional spezifischen Rohstoffvorkommen auch öfter auf die Reste der vorherigen Bewohner stoßen. Nicht selten findet man ein paar moosbewachsene Hütten oder ein niedergebranntes Gehöft in solch einer Wildnis. Dort wird man auch den sogenannten Lehensstein finden. Mit diesem kann der Anführer interagieren und so das Lehen für eine gewisse Gebühr für euer Gefolge beanspruchen.

Damit seid Ihr nun offiziell Lehnsmänner des Herzogs und mit entsprechenden Rechten und Pflichten betraut! Das wohl wichtigste Recht ist wohl die Möglichkeit das Lehen zu bebauen und in eine aufstrebende Siedlung zu verwandeln. Die oberste Pflicht ist wie könnte es anders sein: Die Steuer.


Steuern und Abgaben

Ab dem Moment, an dem sich euer Gefolge eigenes Land in Form eines Lehens, unter den Nagel gerissen hat, erwartet die Obrigkeit gewisse Abgaben von euch. So werden in einem bestimmten Zeitzyklus stets die Steuern fällig. Das Geld für die Steuern zahlt man im Vorfeld in eine Kasse ein, von der sie dann automatisch abgezogen und an die Gefolgekasse der nächsten höheren Macht übersendet werden. Diese Abgaben setzen sich wie im folgenden Beispiel zusammen:

Mitgliedsabgaben: 5 Groschen
Jedes vollwertige Mitglied eines Gefolges zahlt automatisch eine Mitgliedsabgabe aus seiner persönlichen Kasse an seinen Anführer bzw. dessen Gefolgekasse. Falls dreimal in Folge nicht gezahlt werden kann, fliegt das Mitglied aus seinem Gefolge.

Grundsteuer: 15 Groschen
Jedes Gefolge zahlt aus seiner Gefolgekasse eine Grundsteuer an die Gefolgekasse der nächsten höheren Instanz. Das kann entweder der NPC Herzog sein oder falls man selbst der Vasall eines anderen Gefolges ist, ein anderes Spielergefolge. Wer viele Vasallen besitzt, verdient sich also durchaus ein silbernes Näschen! Falls ein Gefolge dreimal in Folge nicht zahlen kann, wird es gelöscht.

Sonstige Abgaben: Variabel
Im Laufe der Zeit kann man sein Lehen mit Verbesserungen ausstatten, um die lokale Wirtschaft zu fördern oder andere Annehmlichkeiten zu erlangen. Diese Lehensupgrades werden jedoch besteuert. So kann es sein, dass man für eine Mine oder Mühle höhere Abgaben zahlen muss, die einkalkuliert werden wollen, bevor man diesen Schritt wagt. Mehr zu den Lehensupgrades später.

Hier haben wir den Geldfluss einmal genauer visualisiert. Das Geld fließt immer von der unteren Ebene nach oben, vom Mitglied eines Gefolges, bis zum Herzog der Lande. (Und der Herzog leitet es gewissenhaft an den römisch deutschen König am Festland weiter…)

Beispiel 1: Ein Dorf ohne Spielerlehnsherrn, zahlt seine Steuern direkt an den NPC Herzog.

Beispiel 2: Falls unser Dorf aber der Vasall eines anderen Gefolges ist, schaltet sich der neue Lehnsherr dazwischen.

Beispiel 3: Bei einer Freiherrschaft mit mehreren Vasallen wird das Ganze bereits weitaus komplexer. Bei einer Grafschaft, welche aus zwei Freiherrschaften besteht, sollte man sich spätestens einen Steuerberater leisten um den Überblick zu behalten...

Unser Steuersystem ist Spieltechnisch das genaue Gegenteil zum alten Zinssystem der Bank von Ottonien. Eine Inflation wird vorgebeugt, statt angeregt. Auch sorgt das Steuersystem dafür, dass Vasallenverhältnisse tatsächlich etwas bedeuten. Wer ein anderes Gefolge zum Vasallen hat, bekommt passive Einnahmen, die er in sein eigenes Lehen investieren kann. 

Ebenso garantieren wir so, dass inaktive Spieler und inaktive Gefolge automatisch entfernt werden, wenn sie nicht aktiv Spielen, sondern nur ab und zu on kommen, um nicht zurückgesetzt zu werden. Wir werden die Steuerhöhe und den Steuerzyklus aber so anpassen, dass er nicht zu hoch ist, so dass man, indem man etwas spart auch getrost für ein paar Wochen vorsorgen kann, in denen man nicht aktiv sein möchte, z.B. Urlaub. Auf die Dauer wird das aber nicht gut gehen.


Herrschaftsdomänen

Jedes neue Gefolge, auch wenn es ein Lehen sein Eigen nennt, gilt grundsätzlich als Dorf und damit Teil des Bauernstandes. Wer höhere Ambitionen hegt und in den Adelsstand aufsteigen will, muss eigene Vasallen erlangen.

Die Auswahl an Vasallen ist jedoch begrenzt, denn nur wer geografisch direkt an euer Lehen oder eure Herrschaftsdomäne angrenzt, kommt als Vasallen-Kandidat in Frage!

A hat in diesem Beispiel somit die Möglichkeit Lehen B, D oder die Insel E als Vasallen zu gewinnen.  C ist aber außerhalb der Reichweite, da es nicht direkt angrenzt. Sollte A jedoch gemeinsam mit B eine Vogtei gründen, grenzt C an die Herrschaftsdomäne von A's Vogtei und kann nun auch als Vasall beitreten.

Um einen Vasallen zu bekommen gibt es verschiedene Wege. So kann man einfach eine höfliche Anfrage stellen und die andere Seite mit den Vorteilen einer Kooperation überreden. Wer härtere Argumente benötigt kann jedoch auch zum Krieg greifen um ein freies Gefolge in die Vasallenschaft zu zwingen oder den Vasallen eines anderen Herren unter der Nase weg zu stibitzen.

Das Schöne an dieser Sache ist, dass sich für das Gefolge, welches zum Vasallen wird, technisch nicht viel ändert. Ob es seine Steuern an den NPC Herzog oder an einen anderen Spieler zahlt, bedeutet keinen finanziellen Unterschied. Im Gegenteil ist man als Vasall in der Position mitzureden und wird zum wertvollen wirtschaftlichen und geostrategischen Gut des Lehnsherren Gefolges, das es um jeden Preis zu schützen gilt.

Am Rande: Wir basteln übrigens an einer interaktiven Karte für unsere Webseite, auf der die aktuellen Herrschaftsdomänen auf dem Server immer dynamisch angezeigt werden. So kann man schnell mit einem Blick erfahren, in welche Machtblöcke die Karte gerade unterteilt ist. Sicher kennt ihr ähnliche Darstellungen aus Strategiespielen wie Crusader Kings. Mit einem Mouseover auf ein Lehen, werden zusätzliche Informationen angezeigt.

Aktuell sind wir noch dabei hier die Technik aufzubauen, aber so ähnlich könnt ihr euch diese Karte vorstellen:


Titulargefolge

Je nachdem wie viele Vasallen man verfügt, ändert sich der Titel der Herrschaftsdomäne. 

Dorf
Das gewöhnliche Lehen eines Gefolges ohne Vasallen gilt zunächst als einfaches Dorf.

Vogtei
Der Titel des Vogtes ist ideal für den Einstieg in die Welt der Herrschaftsdomänen. Hier benötigt man nur einen anderen, angrenzenden Vasallen, der ebenfalls ein Dorf ist. Gemeinsam formiert man dann eine Vogtei. Man erhält Steuern von seinen Untertanen und bekommt das Recht eine Befestigung zu errichten.

Freiherrschaft
Für den Titel des Freiherren, muss man bereits eine Vogtei formiert haben und dann eine weitere angrenzende Vogtei zum Vasallen erlangen.  Man erhält Steuern von seinen Untertanen und bekommt die Möglichkeit eine standhafte Burg zu errichten. Zu den genaueren Bauregeln wollen wir uns später aber noch in einem eigenen Post genau äußern.

Grafschaft
Für den Titel eines Grafen ist der höchste zu erreichende Adelstitel und daher auch nicht leicht zu erlangen. Hier muss man bereits Freiherr sein sowie eine andere, angrenzende Freiherrschaft zum Vasallen bekommen. Minimal besteht eine Grafschaft also aus insgesamt 8 Lehen! Nach oben hin ist keine Grenze gesetzt. Auch hier erhält man Steuern und Abgaben von seinen Untertanen.


Lehensupgrades

Als gelandetes Gefolge hat man die Möglichkeit sein Lehen mit gewissen Verbesserungen zu versehen. Aber Achtung: Jede Verbesserung, die ihr euch anschafft, erhöht die Steuerlast eures Gefolges. Wer sich also verplant und zu gierig ist, obwohl die kleine Mitgliederzahl nicht genügend Finanzen in die Gefolgekasse spült, muss seine Verbesserungen bald wieder deaktivieren, um nicht in den Ruin getrieben zu werden!

Verbesserungen für das Lehen können in einem Menü am Lehensstein gegen Rohstoffe getauscht werden. Welche Verbesserungen einem bereitstehen, hängt teilweise an den lokalen Gegebenheiten. So können Lehen an Flüssen beispielsweise eine Mühle erwerben, welche die Nahrungsproduktion steigert. Lehen, mit natürlichen Erzvorkommen, können eine Mine erbauen und diese weiter verbessern, um mehr Erze zu fördern.

Hier wird es eine Vielzahl von regionsabhängigen und regionsunabhängigen Upgrades geben. Ebenso können adelige oder geistliche Gefolge spezielle Upgrades erlangen. Das wichtigste ist aber, dass diese Upgrades nicht wie zuvor beantragt werden müssen, sondern direkt erscheinen, sobald ihr sie am Lehensstein erworben habt.

Bild 1: Ein natürliches Erzvorkommen zeichnet sich am Gebirge ab.


Bild 2: Das Gefolge hat sich die Minenverbesserung geleistet um mehr Erz zu fördern.

Bild 3: Die Minenverbesserung wurde weiter geupgradet. Nun schiebt ein NPC dort Wache, um kriminellen Plünderern das Handwerk zu legen.


Der Tod eines Gefolges

Wie oben beschrieben, wird ein Gefolge automatisch vom System gelöscht, wenn es nach mehrfachen Warnungen immer noch nicht schafft seine laufenden Abgabe-Kosten aus der Gefolgekasse zu decken.

In diesem Fall verliert das Gefolge auch sein Lehen. Nach einer gewissen Zeit gehen alle Sicherungen von Kisten und Türen auf dem Lehensgebiet auf und es kann munter geplündert werden. das Lehensgebiet wird nun eine Auflassung und kann von einem neuen Gefolge beansprucht werden.

Falls das Lehen nach einer weiteren Wartephase von testweise zwei Wochen von niemandem beansprucht wurde, schaltet sich die automatische Regeneration des Lehensgebietes ein und es wird in seinen Naturzustand versetzt. Das bedeutet, dass alle Bauten verschwinden und die Karte sich selbst aufräumt. (Hier sind wir noch nicht ganz sicher, ob wir dieses Feature übernehmen. Für die erste Testphase könnt ihr aber damit rechnen.)


Die Kriegs und geistlichen Gefolge Systeme, stehen natürlich stark mit dem oben präsentierten in Verbindung. Um nicht den Rahmen zu sprengen wollen wir dort die Entwicklungsstände aber in eigenen, zukünftigen Beiträgen genau unter die Lupe nehmen. Dieses Update hat euch hoffentlich aber bereits einen umfassenden Blick in die Basics unseres Gefolgesystems gegeben.


Wir freuen uns wie immer schon auf euer Feedback im Discord. Und danke für eure Geduld.

– Euer Ottonien Team